Wundereiche auf einst schwedischem Gebiet

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Der östliche Teil des heutigen Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern war lange Zeit schwedisch. Von 1648 bis 1815 gehörten große Teile Vorpommerns zum nördlichen Nachbarn. Auf diesem Gebiet lag auch die Hafenstadt Barth. Im Barther Stadtwald steht die wohl einzige noch erhaltene, sagenhafte Wundereiche des Landes. Sie ist erreichbar über den Stadtausgang Barth in Richtung Westen zum Darß.


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Statt rechts auf die Halbinsel zu fahren, geht man noch einige Meter weiter, um dann nach links in Richtung Planitz abzubiegen. Ein Fußmarsch in das Barther Stadtholz den südwestlichen Hauptweg entlang, führt schon bald zur ausgeschilderten Wundereiche. Solche Wunderbäume (manchmal auch Buchen) standen in großer Zahl in den vergangenen Jahrhunderten im Lande. Ihre häufigen Heilungen bei Leiden wie Rheuma, Gicht oder Lähmungen gelten wegen des psychischen Wunder-Effektes und der Willenskraft beim Ersteigen als glaubwürdige Überlieferungen.


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Bei der Barther Eiche, die auch als Foto von 1926 erhalten ist, gab es das seltene Verwachsen des Hauptstammes mit einem Ast. Dadurch bekam der Baum eine Öffnung, durch die der Kranke hindurch musste. In etwa drei Meter Höhe war unterhalb der Öffnung eine Plattform angebracht, auf die man über eine Leiter kam. Wegen der meist schnellen Heilung sollen bis zu 50 Krücken gleichzeitig im Baume gehangen haben. In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts soll die Heilkraft der Eiche schon versiegt sein. Ein Schäfer hatte seinen kreuzlahmen Hund durch das Loch geschickt, das den Menschen vorbehalten war. Die Öffnung hat sich seitdem weiter verkleinert. Besonders für die Schweden soll – allein durch die Waldwanderung – die Eiche heute noch erholsame Wirkung haben …



Foto:
(1) Historische Aufnahme der Wundereiche aus dem Jahre 1926, Repro: Hartmut Schmied, www.cryptoneum.de
(2) Krone der Wundereiche von Barth, Foto: Hartmut Schmied, www.cryptoneum.de
(3) Öffnung der Wundereiche, Foto: Hartmut Schmied, www.cryptoneum.de